Mobilität der Zukunft.

2. September 2021
smart cars, mobilität der Zukunft

Mobilität der Zukunft – Die Automobilindustrie steht weltweit vor einem tiefgreifenden Umbruch mit großen Herausforderungen.  In einer Szenarienanalyse und Studie wurden herausgearbeitet, mit welchen Mobilitätsszenarien zu rechnen ist und welche Weichenstellungen in Österreich vorgenommen werden sollten. Wie sich die Automobilindustrie in den kommenden Jahren entwickeln wird, ist von einer Vielzahl von Einflussfaktoren abhängig.

Dekarbonisierung, getrieben durch Fahrzeugelektrifizierung und Emissionsregulierungen sowie autonomes Fahren, neue Mobilitätskonzepte und die Nachfrageentwicklung sind nur einige der Themen, die es in diesem Zusammenhang zu berücksichtigen gilt. Fest steht, dass der Automobilmarkt in Österreich mit einem Weltmarkt-Anteil von nur 0,43%, nicht groß genug ist, um künftige Automobiltrends selbst bestimmen zu können.

Mobilität der Zukunft: Szenarien-Analyse und Studie

Mit welchen unterschiedlichen Mobilitätsszenarien zu rechnen ist, wie sich diese auf die Automotive-Industrie in Österreich durchschlagen und welche standortpolitischen Weichenstellungen vorgenommen werden sollten, wurde in der Szenarienanalyse und Studie „Auf der Siegerstraße bleiben. Automotive Cluster der Zukunft bauen“ erarbeitet.

Die Studie wurde von der Council4 GmbH, dem gemeinsamen Think Tank von PANTARHEI ADVISORS Unternehmensberatung GmbH, Economica Institut für Wirtschaftsforschung, Cognion Forschungsverbund und FAS.Research, für das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT) und die Industriellenvereinigung Österreich (IV) durchgeführt. Die Studie wurde in Kooperation mit dem Mobilitätsexperten Dr. Hans-Peter Kleebinder erstellt, der federführend für die Szenarienanalyse verantwortlich zeichnete, und von PANTARHEI konzipiert und koordiniert.

Die Schwerpunktsetzung dieser Studie erfolgte insbesondere vor dem Hintergrund, die Auswirkungen der Elektrifizierung auf die österreichische Automobilindustrie zu ermitteln.

Ziel der Studie waren drei elementare Vorgaben.

  • Entwicklung neuer Antriebstechnologien im Jahr 2030
  • Abschätzung wirtschaftlicher Implikationen, die sich durch den Strukturwandel für die österreichische Automobilwirtschaft ergeben
  • Ableitungen für Österreichs Automobilwirtschaft und die Automobilindustrie

Entwicklungen bis 2030

Aufbauend auf internationalen Vergleichen, Meta-Analysen, Desk Research und Interviews mit unabhängigen Experten wurden im Rahmen dieser Studie Szenarien entwickelt. Diese beschreiben realistische Entwicklungen bis zum Jahr 2030. Fünf unterschiedliche Antriebstechnologien (Verbrennungsmotoren mit Benzin/Diesel oder Gas, Elektromotoren mit Batterie oder Brennstoffzelle/H2 und Hybrid-Systeme als Übergangstechnologie) bilden die Basis für diese, vom Elektrifizierungsgrad abhängigen, Mobilitätszenarien.

Die Grundlage aller Berechnungen bildet das sogenannte Basis-Szenario, in welchem die Strukturen aus 2018 für das Jahr 2030 fortgeschrieben und um die zu erwartende Nachfrageänderung angepasst werden.

Im Real-Szenario, dem aus Studienzeitpunkt Sicht wahrscheinlichsten Szenario für 2030, sind sich die Autoren einig: Die prognostizierte Entwicklung wird durch die Transformationsgeschwindigkeit bestimmt, spiegelt sich aber in einem gemäßigten Szenario wider. Im Folgenden bedeutet das:

  • Der Verbrenner wird zurückgedrängt, bleibt aber Platzhirsch
  • Die Industrie hat den Strukturwandel hin zu Elektromobilität geschafft
  • Wasserstoff und batterieelektrische Fahrzeuge erreichen einen Marktanteil von 28%
  • Gasfahrzeuge und Hybride könnten als Brückentechnologien helfen, die CO2-Ziele der Hersteller zu erreichen
  • Wasserstoff steht vor dem Durchbruch

Fazit

Die Studie zeigt, dass die batteriebetriebene Elektromobilität auch in der österreichischen Automobilindustrie Einzug hält und stark zum tiefgehenden Wandel beiträgt. Dabei ist der Grad der Elektrifizierung relevant. Extreme Elektrifizierung kann zu starken Einbußen bei Beschäftigung und Wertschöpfung führen und möglicherweise auch den Bestand kleiner und mittelständischer Unternehmen bedrohen.

Um das Tempo und die Intensität dieses Wandels mitbestimmen zu können, ist es erforderlich, die geeigneten Rahmenbedingungen zu schaffen. Grundgedanke muss sein, die negativen Auswirkungen für die Automobilindustrie und Österreich nicht nur zu begrenzen, sondern auch weiterhin an Wachstumsmärkten teilzuhaben. Technologieoffenheit, Innovationskraft und die angemessene Qualifikation der Beschäftigten sind, unter diesen Gegebenheiten, grundlegende Voraussetzungen für einen erfolgreichen Wandel. Auf diese Weise kann die österreichische Automobilindustrie auch weiterhin zu Beschäftigung und Wertschöpfung beitragen.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass drei wesentliche Faktoren in Zukunft von starker Relevanz sind.

  • Globaler Strukturwandel in Richtung Elektromobilität
  • Automobilwirtschaft als Schlüsselsektor
  • Partizipation am Wachstumsmarkt

Interessiert, mehr zu erfahren? Hier geht’s zur Mobilitätsstudie.

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