Salon Z mit Manfred Stanek & Hans Roth.

23. September 2019

Wie viel Plastik braucht unsere Welt?

Plastik, wohin man schaut: Sei es in der hygienischen Verpackung von Lebensmitteln, um deren Lebenszeit zu verlängern; in der effizienten Verpackung von Konsumgütern oder im Einsatz moderner Medizin. Unser Leben ist ohne Kunststoffe fast nicht vorstellbar.

Und doch steht Plastik immer mehr im Kreuzfeuer der Kritik und soll gar Pate gestanden haben im Entstehen eines globalen Movements, den Friday for Future-Bewegungen. Angesichts der Bilder eines verendeten Wales mit Plastikmüll im Bauch soll Greta Thunberg die Motivation gepackt haben, ihre Klimastreiks zu initiieren.

Bei unserem Salon Z im September konnten wir mit zwei Wirtschaftsbossen diskutieren, die sich dieser Thematik auch beruflich auseinandersetzen. Moderiert von Andreas Lampl (Trend) debattierten Hans Roth, Gründer und Aufsichtsratsvorsitzender der Saubermacher AG, und Manfred Stanek, CEO der Greiner Packaging International, und einem hochkarätigen Publikum, ob Plastik nun Teil des Problems oder Teil der Lösung sei.

Kunststoffe: Kern des Problems oder Lösung für die Zukunft?

Ob als Hersteller, in der Konsumgüterindustrie, als Recyclingunternehmen oder im Handel, alle Akteure kennen grundsätzlich den Mehrwert und vor allem die Notwendigkeit von Verpackungen. In vielen Bereichen gibt es keine sinnvollen Alternativen zu Kunststoff, weshalb der Nachhaltigkeitsaspekt des sehr flexiblen und langlebigen Produkts in den Vordergrund treten muss. Kunststoffe haben im Vergleich zu anderen Verpackungsstoffen einen massiven Vorteil: ihre Produktion verbraucht weniger CO2.

Gleichzeitig gibt es eine teils sehr emotional geführte Debatte in der Öffentlichkeit über die Rolle von Plastik und wie damit umgegangen werden soll. Fachtermini wie “Kreislaufwirtschaft” oder “Design für Rezyklierbarkeit” haben in so einer Debatte keine Chance auf Verständnis oder Gehör.

Die Lösung: Reduce – Reuse – Recycle

Die Unternehmen der beiden Salon Z Gesprächsgäste, Saubermacher AG und Greiner Packaging AG, sind wesentliche Teile der Zukunftsvision „Reduzieren, Wiederverwenden, Recyceln“. Sie arbeiten beide daran, wie einerseits die Produkte durch ihr Design leichter recycled werden können und andererseits durch Prozessoptimierung besser getrennt werden. Damit können Ressourcen geschont und wiederverwendet werden. Das Ziel dürfte klar sein: den Kreislauf zwischen Produktion und Wiederverwendung zu schließen. Und das nicht nur in Österreich, sondern auf der ganzen Welt.

Die Bilder aus Südostasien sind drastisch und verheerend: hier gilt es, die größten Anstrengungen zu setzen. Zahlreiche Unternehmen und NGOs gehen mit Initiativen an jenen Orten voran, wo die Auswirkungen am stärksten sind. Um einerseits das Müllproblem in den Griff zu bekommen und andererseits den Menschen eine Perspektive zu geben. Dort steht man noch am Anfang. Auch in Österreich, wo die Recyclingquote bei ca. 60 % liegt, gibt es natürlich noch immer Optimierungsmöglichkeiten und -bedarf.

In diesem Zusammenhang kann die Zusammenarbeit der Unternehmen Saubermacher und Greiner wesentliche Verbesserungen initiieren. Es liegt jedoch wie immer auch am Konsumenten, wie er mit seinem Abfall umgeht und was aus diesem wird. Kunststoffverpackungen haben möglicherweise einen unberechtigt schlechten Ruf – es ist zum großen Teil der Mensch, der nicht weiß, wie man mit ihnen richtig umgeht.

Weitere Informationen

Wissenswertes zum Thema „Zero Waste – Potentiale zur Kreislaufführung“ der Saubermacher AG bekommen Sie hier, Tipps zur richtigen Kunststoffentsorgung finden Sie hier.

Ein Interview mit dem CEO der Greiner Packaging AG, Manfred Stanek, zum Thema „Neudenken von Produkten“ finden Sie hier.